Der Akt des Sehens ist für die Arbeitsweise der Bildhauerin
Stephanie Hermes wesentlich. Für sie bedeutet Sehen Finden,
genau genommen Vorfinden. Zwischen ihr und dem Material,
das ihr und dem sie eine Form vorschlägt, entspannt sich ein Dialog.
Es entsteht eine Gestalt, die sowohl ihrem Blick als auch dem
Material selbst bereits inne wohnte.

  • U.Rudat

 

Stephanie Hermes (*1957)

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Ausgangspunkt meiner heutigen freien bildhauerischen Arbeit war das menschliche Gesicht. Über die Arbeit mit den Masken entspann sich meine Leidenschaft für das Holz. Ursprünglich als Arbeitskopf für die Herstellung von Commedia dell’arte Masken gedacht, entwickelte sich eine Art lebendige Skulptur, die aber letztendlich immer zweckgebunden, d.h. einem bestimmten schauspielerischen Charakter dienen musste.  Meine Bearbeitung des Materials mittels Kettensäge sprengte diese Formen. Der Reiz des groben Gerätes lenkte mein Denken in eine neue Richtung. Der Verzicht auf die aufgezwungene Form ermöglichte mir eine freie künstlerische Herangehensweise: Einerseits den Dialog mit einer vorgefundenen Form einzugehen – andererseits meine Ideen und Emotionen auszudrücken. Heute sehe und horche ich in das unterschiedliche Material, das sich mir bietet, hinein und finde so die Form, die ihm oder mir innewohnt.

 

1976 – 1980 Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen

Ausbildung und Engagement als Maskenbildnerin

 

1981 – 1993 Düsseldorfer Schauspielhaus

Maskenbildnerin und stellvertretende Chefmaskenbildnerin

 

1989 – 1992 Padua, Italien

Studium am Centro Maschere e Strutture Gestuali (Donato Saratori)

 

Seit 1996 

Freischaffende Maskenbauerin und Maskendozentin

Ausstellungen und Workshops zum Thema Maske und Maskieren sowie Auftragsarbeiten

 

Seit 1998

Skulpturen und Bildhauerei in Holz, Wachs, Bronze, Stein

 

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